Trinkgeld gehört dazu

5, 10 oder 15 Prozent Trinkgeld – die automatische Trinkgeldfunktion ist heutzutage bei vielen Kartenlesegeräten gang und gäbe. Sogar in Bäckereien, wie beispielsweise im Brothaus aus Burgbernheim, das in Franken 70 Filialen betreibt, kommt diese Funktion zum Einsatz. Ist diese Funktion praktisch oder einfach nur aufdringlich, besonders da Trinkgeld traditionell vor allem in Restaurants und Cafés mit Bedienung üblich ist.

Ein Selbstbedienungscafé, das der Bayerische Rundfunk als Beispiel heranzieht, berichtet jedoch von überwiegend positiven Erfahrungen. Trotz einiger verärgerter Kunden sei die Funktion für das Café insgesamt ein Gewinn. Die Geschäftsführerin wird mit den Worten zitiert: „Die Leute geben tatsächlich öfter Trinkgeld!“

Die Tendenz zur Mitte – „Nudging“ im Einsatz

Für Dienstleister scheint die Aufforderung zum Trinkgeld also durchaus effektiv zu sein, vor allem durch die Auswahlmöglichkeiten am Kartenleser. „Die Idee dahinter ist, mehrere Optionen zur Auswahl zu geben. Menschen entscheiden sich in der Regel ungern für die niedrigste Option, weil sie nicht geizig wirken möchten. Gleichzeitig wählen sie oft nicht die höchste, sondern tendieren zu etwas in der Mitte“, erklärt Klaus Schmidt, Ökonom an der Ludwig-Maximilians-Universität München, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

“Nudging“ heißt „anstupsen“ oder „schubsen“

Diese gezielte Gestaltung der Optionen bewirkt, dass Kunden häufiger mehr Trinkgeld geben, als sie es ohne diese Funktion getan hätten – etwa 10 Prozent statt nur 5.

Dies liegt an der sogenannten „Tendenz zur Mitte“. Der Fachbegriff für dieses psychologische Konzept lautet „Nudging“, was übersetzt so viel wie „anstupsen“ oder „schubsen“ bedeutet. Ob diese Form der Beeinflussung als gerechtfertigt oder aufdringlich empfunden wird, hängt von der Situation und dem persönlichen Empfinden ab. Manche Menschen reagieren empfindlicher auf „Nudging“ als andere, erklärt Schmidt.

Trinkgeld direkt mit der Kartenzahlung erhalten

Die automatische Trinkgeldfunktion generiert zusätzliche Einkünfte, die ohne diese Funktion möglicherweise nicht erzielt würden. Kunden geben bei der Kartenzahlung eher Trinkgeld, da es direkt vorgeschlagen wird und niemand gerne auf “kein Trinkgeld” drückt, um sich nicht als geizig zu präsentieren.

Bargeldloses Trinkgeld reduziert außerdem den Aufwand für die Mitarbeiter, Kleingeld zu handhaben, und erleichtert die Verteilung des Trinkgelds.

Die Integration solcher Funktionen zeigt den Kunden, dass das Geschäft mit der Zeit geht und moderne Technologien nutzt.

Trinkgeld ist eine der motivierendsten Aspekte für guten Service und kann die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern und als Anerkennung für guten Service dienen.

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