FoodZoom 2025: Trend-Booklet für den Außer-Haus-Markt

Der FoodZoom, die Trendanalyse der INTERNORGA in Zusammenarbeit mit Karin Tischer, international anerkannte Trendforscherin und Inhaberin food & more, Kaarst, wird 2025 erstmals als digitales Booklet veröffentlicht und bietet wertvolle Einblicke in die Zukunft des Außer-Haus-Markts. Als internationale Leitmesse steht die INTERNORGA seit jeher für Innovation, Inspiration und Austausch und bietet mit Formaten wie diesem ein praxisorientiertes Tool, um die Trends der Zukunft zu entdecken. Das Spannende dabei: Die Trends sind nicht nur theoretische Konzepte, sondern auf der INTERNORGA live erlebbar.   

Die dargestellten Trends sind dabei so vielfältig und facettenreich wie die Branche selbst – von der emotionalen Inszenierung des Gästeerlebnisses, einer Streetfood-Reise um die Welt, der Food-Architektur der Städte bis hin zur gesundheitsorientierten Ernährung. Abgerundet wird die Analyse durch eine Handlungsempfehlung, die ermutigt, bestehende Konzepte zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.  

Emotions are Key

Emotionen sind der treibende Motor hinter allem, was Menschen bewegt – sie sind der Schlüssel zu Innovation, Verbindung und Erfolg. Dies ist auch auf Essen übertragbar. Es ist weitaus mehr als die bloße Aufnahme von Lebensmitteln – es ist eine hoch emotionale, persönliche und oft sogar intime Handlung, die tief in unseren Erinnerungen und Erfahrungen verwurzelt ist. Einerseits kommen beim gemeinsamen Essen verschiedene Geschmäcker, individuelle Vorlieben und Erinnerungen, die mit den Gerichten verknüpft sind, an einem Tisch zusammen.

Andererseits stärkt das gemeinsame Essen als Ritual selbst zwischenmenschliche Beziehungen, den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl. Das heißt beiderseits: Emotionen pur!

Der Gast wird zum Multiplikator

Auf Social Media wirken Speisen und Getränke häufig als visuelle Statements, die nicht nur Genuss, sondern auch Lifestyle und Kreativität ausdrücken. Emotional inszenierte Erlebnisse, die spektakulär und „instagrammable“ präsentiert werden, können damit gleichzeitig als Aushängeschild genutzt werden: Beeindruckte Gäste teilen diese Genussmomente online und werden damit zu Multiplikatoren.

Streetfood around the world

Streetfood begeistert mit internationaler, lebendiger Vielfalt und ist dabei so dynamisch und wandelbar wie kaum ein anderer Bereich. Es ist schnell, praktisch und kann so auch kurzfristige Trends aufnehmen. Dabei reicht die Vielfalt von einfachen, coolen Angeboten bis hin zu High-End-Kreationen, die sogar in der Fine-Dining- und Sternegastronomie zu finden sind. Mit stets neuen Einflüssen, einer Vielfalt an Aromen und kreativen Rezepturen verbindet es Kulturen über Ländergrenzen hinaus und bedient das Bedürfnis der Gäste nach neuen Erlebnissen, Geschmackseindrücken und Erfahrungen. Wie beim Trend „Emotions are Key“ gilt auch hier: Gäste sind neugierig und möchten auf emotionale und unterhaltsame Art und Weise abgeholt werden.

Die Food-Architektur der Städte

Der Außer-Haus-Markt in deutschen Innenstädten steht vor einer spannenden, wenn auch herausfordernden Transformation. Während sich das Konsumverhalten der Menschen wandelt, bietet sich zeitgleich die Möglichkeit, neue Chancen zu ergreifen. Das Thema Leerstand in deutschen Groß- und Kleinstädten beschäftigt die deutsche Wirtschaft vor allem seit der Corona-Pandemie: Viele Innenstädte sind zunehmend gezeichnet durch den Anstieg leerstehender Immobilien und damit einhergehend sinkender Besuchendenzahlen. Doch welche sind die größten Herausforderungen, denen es sich zu stellen gilt? Steigende Mieten, Insolvenzen und der Druck durch Handelsgastronomie und Filialisten treffen auf einen Strukturwandel beim Einkaufen. Online-Shopping erlebt einen neuen Höhenflug, während die Zahl der Restaurantbesuche in Zeiten multipler Krisen und Inflation weiterhin rückläufig ist. Der Handelsverband Deutschland (HDE) prognostizierte im Februar 2024, dass bis Ende des Jahres weitere 5.000 Geschäfte schließen werden – was seit 2020 insgesamt 46.000 Schließungen bedeutet.

In der Gastronomie haben zwischen 2020 bis 2023 bundesweit rund 48.000 Betriebe geschlossen. Trotz alldem gibt es Chancen und Raum für Innovation sowie kreative Lösungen, um die Innenstädte neu zu beleben. Dem Außer-Haus-Markt und der Gastronomie kommt dabei als „sozialem Klebstoff“ eine besondere Rolle zu.

Eindrucksvolle Beispiele zeigen auf, wie die genannten Herausforderungen in neue Konzepte umgewandelt und für die Wiederbelebung der Innenstädte genutzt werden können. Die Lösungsansätze reichen von dem Einsatz von Digitalisierung mit KI über kreative neue Nutzungsformen leerstehender Flächen sowie Doppel- und Mehrfachnutzungen bis hin zu veränderten Öffnungszeiten.

Healthy World Update

Der übergeordnete Trend zum Gesundheitsbewusstsein ist einer der anhaltenden Megatrends auch im Außer-Haus-Markt. So wurde er 2024 unter anderem im FoodZoom 2.0, der Trendanalyse der INTERNORGA in Kooperation mit der Foodexpertin und international anerkannten Trendforscherin Karin Tischer, beleuchtet. Heute, ein Jahr später, hat sich der Trend weiterentwickelt und wird uns auch in Zukunft noch begleiten. In einem Healthy World Update betrachten wir die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich. Wir erleben weiterhin ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein, insbesondere bei der Gen Z7. Dieses zeigt sich unter anderem in einem bewussteren Lebensstil sowie einer nachhaltigeren Ernährung. Gleichzeitig erleben wir einen wachsenden Wunsch nach Individualisierung. Auch hier gehen die jüngeren Generationen der unter 30-Jährigen voran und suchen ihre eigenen, maßgeschneiderten Ansätze zur Gesundheitsförderung. Beide Entwicklungen spiegeln das Bedürfnis wider, persönliche Identität und Wohlbefinden in Einklang zu bringen.

Gesundheitsbewusstsein meets Individualisierung

Die Fusion der Bedürfnisse nach einer personalisierten und bewussten Ernährungsweise eröffnet im Außer-Haus-Markt ein vielfältiges kulinarisches Angebot, das sowohl ethische als auch gesundheitliche Aspekte in den Vordergrund stellt und Gästen maßgeschneiderte Genussmomente bietet. Im Bereich der bewussten, nachhaltigen Ernährung sehen wir beim Plantarismus die größte und relevanteste Ausprägung in der Gesellschaft. Diese Ernährungsform ist stärker pflanzenorientiert mit gleichzeitig sinkendem Verzehr von tierischen Produkten, dafür aber in höherer Qualität. Spannend ist dabei der zu beobachtende Rollentausch, der noch konsequenter als zuvor in den Speisekarten der Restaurants zu finden ist: Statt automatisch im Gericht enthalten zu sein, werden unter anderem bei Bowls Fleisch und Fisch als eine von mehreren Beilagen-Optionen angeboten. Pflanzliche Zutaten rücken dabei vermehrt in den Mittelpunkt – so wird das kulinarische Erlebnis nicht nur abwechslungsreicher, sondern auch nachhaltiger.

Die Gruppe der sich vegan oder vegetarisch ernährenden Personen ist im Vergleich zu denen, die sich pflanzenorientiert ernähren, in der Gesellschaft zwar wesentlich kleiner – in Deutschland ernährten sich 2023 rund zwei Prozent vegan und rund acht Prozent vegetarisch8 – setzt aber relevante Impulse mit Leuchtturmcharakter für den Plantarismus. Die vegane und vegetarische Ernährungsweise legt einen noch stärkeren Fokus darauf, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und die Ressourcen des Planeten zu schonen. Wichtig sowohl beim Plantarismus als auch der veganen und vegetarischen Ernährungsweise: Der Genuss steht im Vordergrund, nicht der Verzicht. Es geht also vielmehr um das Anders- und Neukreieren von Speisen und das Eingehen auf die persönlichen Bedürfnisse der Gäste, entsprechend dem wachsenden Trend zur Individualisierung.

Texte & Bilder: Hamburg Messe und Congress GmbH | food & more, Inh. Karin Tischer

Zurück
Zurück

Die Renaissance der Stulle

Weiter
Weiter

Die 5 größten Zeitfresser im Snack Business – und wie du sie loswirst